PVT-Anlagen: Unterschied zwischen PVT und PV und warum PVT sich lohnt

Sonnenenergie gilt als Schlüssel der Energiewende, doch klassische Photovoltaik-Anlagen (PV) schöpfen nur einen Teil ihres Potenzials aus: Etwa 15 bis 22 Prozent der Sonneneinstrahlung werden in Strom umgewandelt, der Rest verpufft als Wärme. Genau hier setzen PVT-Anlagen an – eine innovative Kombination aus Photovoltaik (PV) und Solarthermie (T), die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt und so deutlich mehr Energie aus jedem Quadratmeter Sonne herausholt.

Der Unterschied zwischen PV und PVT liegt in der Effizienz und Multifunktionalität. Während PV-Module ausschließlich Strom liefern, nutzt ein PVT-Modul die entstehende Wärme aktiv. Ein Wärmetauscher hinter den Solarzellen sammelt die überschüssige Energie und macht sie für Warmwasser, Raumheizung oder Wärmepumpen nutzbar. So erhöht sich der Gesamtwirkungsgrad eines Daches auf bis zu 65 bis 80 Prozent – weit mehr als bei einer reinen PV-Anlage.

Ein weiterer Vorteil: Die Wärmeabfuhr kühlt die Solarzellen und stabilisiert dadurch deren Stromproduktion, ein Effekt, den PV-Anlagen nicht haben. Besonders in Kombination mit Wärmepumpen oder für Haushalte, die sowohl Strom als auch Wärme benötigen, können PVT-Systeme den Energiebedarf erheblich reduzieren und Kosten sparen. Zudem ermöglicht die Doppelverwendung von Fläche eine platzsparende Lösung, die besonders in städtischen Gebieten interessant ist.

Natürlich sind PVT-Anlagen in der Anschaffung komplexer und zunächst teurer als klassische PV-Module. Doch die langfristigen Einsparungen, die höhere Effizienz und die Möglichkeit, ein Gebäude nahezu energieautark zu machen, sprechen für sich. Wer also auf eine nachhaltige, zukunftsorientierte Solarlösung setzt, findet in PVT-Anlagen eine effiziente Alternative, die weit über die reine Stromerzeugung hinausgeht.

Text: Regina Fakhrutdinova